Pfoten Spuren hellgrau

Downloads zur Sache

Die von uns beauftragten Organisationen

Deutscher Tierschutzbund e.V.,
Landestierschutzverband Baden-Württemberg e.V. und die
Deutsche Juristische Gesellschaft für Tierschutzrecht e.V.

haben uns diese Unterlagen übermittelt, die wir gerne allen zur Verfügung stellen. Diese Organisationen stehen uns auch weiterhin zur Verfügung. Vielen Dank hierfür!

Katzen hinter Gittern 2022-05-23

An die betroffenen Katzenhalterinnen und Katzenhalter in Walldorf.

Mittlerweile sind die ersten Verwarnungen vom Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis an die betroffenen Menschen in Walldorf verschickt worden, zum Teil mit Bild, zum Teil mit genauer Beschreibung der Katze und deren Aufenthaltsort und der Aufforderung, Verstöße gegen die Allgemeinverfügung zu unterbinden, unter Androhung des Bußgeldes in Höhe von 500 Euro, welches auch mehrfach erhoben werden kann.

Ich möchte Sie um Folgendes bitten:

  • Wenn Sie es noch nicht getan haben, bitte ich um Mitteilung per Mail, wer fristgerecht Widerspruch eingelegt hat.
  • Ebenfalls, wenn eine Verwarnung des LRA eingegangen ist, am besten das Anschreiben fotografieren oder einscannen und per Mail zusenden.
  • Auf jeden Fall bitte ich um Nachricht, wenn das erste Bußgeld erhoben wird.
  • Weiterhin bitte ich Sie, uns mitzuteilen, wenn Sie besondere Vorkommnisse im Gebiet der Allgemeinverfügung beobachten.

Ich kann Ihnen versichern, dass wir, wie bisher, die überlassenen Daten vertraulich behandeln und diese nur nach Rücksprache mit Ihnen verwenden. Ich bedanke mich für Ihr Vertrauen und versuche auch weiterhin alles mir mögliche zu tun, um Ihnen in der unsäglichen Situation zu helfen.

Allerdings benötige ich dafür auch Ihre Mithilfe.

Informationen meinerseits erhalten Sie hier auf dem Facebook-Account „Volker Tierschutz“ oder hier auf unserer Homepage www.tierschutz-wiesloch-walldorf.de und unter „Presse & Öffentlichkeit / Wissenswertes“.

Volker Stutz, 1. Vorsitzender des Tierschutzvereins Wiesloch/Walldorf
E-Mail: verein@tierschutz-wiesloch-walldorf.de

In dem Register „Presse & Öffentlichkeit“ finden Sie unter Wissenwertes den Vortrag des 1. Vorsitzenden Volker Stutz zu dem Thema „Allgemeinverfügung“ anlässlich der Mitgliederversammlung des Tierschutzvereines Wiesloch/Walldorf am 4. Juni 2022.

Sie wird von Zeit zu Zeit mit aktuellen Informationen aktualisiert.
Die letzte Aktualisierung fand für die Seiten 12 bis 17 statt (Stand 11.06.2022)

Weiterhin auf vielfachen Wunsch die Veröffentlichungen auf Facebook „Volker Tierschutz“ zu dem Thema.

Die Posts werden wir ab jetzt als PDFs zur Verfügung stellen.

Alle Walldorfer Katzen einsperren?

Die Untere Naturschutzbehörde hat zum Zweck des Artenschutzes der Vogelart Haubenlerche eine Allgemeinverfügung für die Frühjahrs- und Sommermonate erlassen. Betroffen sind alle Katzen auf der Gemarkung der Sadt Walldorf, die in dem Geltungsbereich dieser Verfügung gehalten werden.

Auszug aus der Allgemeinverfügung im Wortlaut:

„Allgemeinverfügung der Unteren Naturschutzbehörde Rhein-Neckar-Kreis zur Gewährleistung des besonderen Artenschutzes zugunsten der Vogelart Haubenlerche auf der Gemarkung der Stadt Walldorf – Unterbindung des Freigangs von Katzen“

Ab sofort bis einschließlich 31. August, und danach bis zum Jahr 2025
im Zeitraum vom 01. April bis einschließlich 31. August,

ist der Freigang von Katzen, die im Geltungsbereich dieser Allgemeinverfügung gehalten werden, durch deren Halter*innen zu unterbinden.
b)
Sollten Katzen zur Erfüllung der o.g. Anordnung anderweitig untergebracht und dort mit Freigang gehalten werden (z.B. im Familien, Freundes oder Bekanntenkreis), muss durch eine hinreichende Entfernung des neuen Haltungsortes gewährleistet sein, dass die Katzen nicht in den Geltungsbereich zurückkehren.
c)
Sollte eine im Geltungsbereich gehaltene Katze nach draußen entweichen, ist unverzüglich das Büro Spang. Fischer. Natzschka (Tel.: 06222/9717822 oder EMail: hj.fischer@sfnplaner.de) zu informieren.
d)
Zudem sind die betroffenen Katzenhalter*innen dann verpflichtet, umgehend selbst die entlaufene/n Katze/n zu suchen, einzufangen und ihren Freigang wieder entsprechend zu unterbinden.
4.
Für den Fall der Zuwiderhandlung gegen die Ziffer 3 wird ein Zwangsgeld i.H.v. 500,00 € angedroht“

Eine große Bitte an alle betroffenen Katzenhalterinnen und Katzenhalter in Walldorf

Zur Zeit wird sehr viel über die Situation in Walldorf berichtet und viele Menschen und Organisationen äußern sich zu dem Thema, bundesweit und sogar im angrenzenden Ausland. Ich erhalte täglich mehrere Anfragen aller bekannten Medien. Als Vorsitzender des Tierschutzvereines beteilige ich mich bewusst nicht an diesem öffentlichen Treiben.

Für Sie als Betroffene geht es in erster Linie darum, dass Sie von uns einen qualifizierten Widerspruchstext erhalten, um weiterhin auch die Möglichkeit der Klage gegen diese Allgemeinverfügung zu haben.

Daran arbeiten viele Fachleute und wir werden Ihnen auch den Text zur Verfügung stellen. Aber es nützt nichts, wenn wir einen Schnellschuss machen, nur damit es getan ist. Wir benötigen schon Zeit, um qualifiziert auf die Verfügung zu reagieren, da alles sehr komplex ist.

Nur noch mal zur Erinnerung, auch wenn es nicht erfreulich ist:

Selbst ein Widerspruch hat keine aufschiebende Wirkung. Dies bedeutet, dass die Verfügung so lange in Kraft bleibt, bis die verfügende Behörde diese ändert. Der Widerspruch muss innerhalb der Frist von einem Monat bei der Behörde eingehen und das schaffen wir.

Ich habe Ihnen versprochen, alles in meiner Macht stehende zu tun, um Ihnen zu helfen. Daran hat sich nichts geändert. Es wird ohne Frage ein steiniger Weg, aber den gehe ich mit Ihnen zusammen.
Lassen Sie sich also bitte, bitte nicht durch das ganze Mediengeschehen und die Äußerungen von „Fachleuten“ verunsichern.

Jeder Betroffenen kann sich gerne an mich wenden (verein@tierschutz-wiesloch-walldorf.de), ich habe bisher alle Anfragen beantwortet und werde dies auch weiterhin tun, mit Ausnahme von beleidigenden und drohenden Nachrichten.

Ich gehe diesen Weg mit Ihnen und hoffe, dass es eine Lösung gibt, die das Wohl von Ihnen als Betroffene, Ihrer vierbeinigen Familienmitglieder und der Wildtiere berücksichtigen wird.

Lassen sie das Thema nicht in Vergessenheit geraten, die Medien werden wie bekannt irgendwann das Interesse verlieren und dann stehen Sie und wir alleine da.

Deshalb meine große Bitte, lassen Sie sich nicht verunsichern. Und vor allem, machen Sie wenn möglich keine Alleingänge, diese könnten der Sache schaden.

Weitere Informationen gibt es in den kommenden Tagen immer wieder hier auf unserer Homepage www.tierschutz-wiesloch-walldorf.de.

Volker Stutz, 1. Vorsitzender des Tierschutzvereines Wiesloch/Walldorf

Info für Walldorfer Bürger

Der Tierschutzverein Wiesloch/Walldorf hat sich nach reiflicher Überlegung zu folgendem Schritt entschlossen, was uns sehr schwerfällt:

Das Tom-Tatze-Tierheim vermittelt ab jetzt bis auf unbestimmte Zeit keine Katzen mehr in das Gebiet der Stadt Walldorf.

Die Gefahr, dass die Tiere der jetzigen Zwangsmaßnahme ausgesetzt werden, evtl. auch durch Ausweitung der Allgemeinverfügung zu Schaden kommen könnten, ist uns zu groß. Weiterhin werden laut Bericht des beauftragten Umweltbüros auch in diesem Jahr Elstern und Füchse bejagt sowie Lebendfallen aufgestellt, in die auch freilaufende Katzen oder andere Tierarten geraten können. Inwieweit die Bejagung dann auch auf Katzen ausgedehnt werden könnte, wenn die wie auch immer gearteten Kontrollmechanismen nicht greifen, kann man aufgrund des bisherigen Verhaltens der Unteren Naturschutzbehörde nicht auszuschließen.
Wenn diese Behörde selbst das Stuttgarter Agrarministerium ignoriert, ist uns diese Gefahr zu groß: Eine praktische rechtliche Umsetzung einer Begrenzung des Freilaufs von Hauskatzen wird aus Sicht des Stuttgarter Agrarministeriums kaum praktikabel sein. Es verwies auf eine ähnliche Fragestellung und Entscheidung des Petitionsausschusses des Bundestages vom Februar. Demnach sei es aus Tierschutzgründen unzumutbar, Hauskatzen jeglichen Freilauf zu verbieten. Auch sei es mit dem Wesen von Katzen unvereinbar, sie beim Freilauf an der Leine zu halten. Zudem sei es ein unverhältnismäßiger Eingriff in die Rechte von Tierhaltern, wenn diese ihre Gärten vollständig umzäunen müssten, um ein Entkommen der Katzen zu verhindern, oder wenn die Anschaffung von Hauskatzen schlechthin verboten wäre.

Wir bitten deshalb die Bevölkerung in Walldorf um Verständnis, aber das Tom-Tatze-Tierheim kann keine Katzen in ein Gebiet vermitteln, in dem sie Zwangsmaßnahmen und weiterführenden Maßnahmen ausgesetzt sind.

Wir möchten die Walldorfer Bürger auch dringend bitten, sich im Augenblick keine Katzen aus anderen Vermittlungsquellen zu holen. Bitte haben Sie hierfür Verständnis, wir handeln nur im Sinne der Katzen.

Wir werden für die durch die Allgemeinverfügung betroffenen Bürger natürlich jederzeit ansprechbar sein, bitten aber um Kontaktaufnahme per Mail (verein@tierschutz-wiesloch-walldorf.de). Sollte ich nicht gleich antworten können, bitte ich um Verständnis. Sie erhalten aber auf jeden Fall eine Antwort von mir.

Als ehrenamtlicher Vorsitzender gerate ich im Augenblick an meine Grenzen. Anfragen kommen von Zeitungen, Fernsehanstalten und Journalisten aus ganz Deutschland, mittlerweile auch der Schweiz und Frankreich.

Ich hoffe dennoch, dass sich möglichst viele Walldorfer Bürger für die betroffenen Tiere einsetzen und sich lautstark zu Wort melden.

Weitere Informationen gibt es in den kommenden Tagen an dieser Stelle.

Volker Stutz
1. Vorsitzender des Tierschutzvereines Wiesloch/Walldorf

Wie bekannt, klärt der Tierschutzverein Wiesloch/Walldorf im Augenblick mit Juristen ab, inwieweit die obengenannte Allgemeinverfügung der Unteren Naturschutzbehörde Rhein-Neckar-Kreis vom 14.05.2022 verhältnismäßig ist und ob die Maßnahme zur Erreichung des Ziels geeignet, erforderlich und angemessen ist oder ob es mildere Mittel zum Erreichen gibt.

Wir haben sehr viele Zuschriften von Betroffenen aus dem durch die Allgemeinverfügung erfassten Gebiet im südlichen Walldorf erhalten, zum größten Teil von verängstigten und verunsicherten Katzenhalterinnen und Katzenhaltern.

Es gab aber auch solche Zuschriften:

  • Sehr geehrte Damen und Herren,
    aus der Presse entnehme ich, dass Sie gegen die Verfügung des LRA zur „Ausgangssperre“ für Hauskatzen zum Schutz einer vom aussterbenden Vogelart juristisch vorgehen möchten.
    Da frage ich mich schon, wie Sie „Tierschutz“ auslegen.
    Der gewöhnliche Beuterundgang verwöhnter Hauskatzen mit prall gefüllten Fressnäpfen ist Ihnen wichtiger als der Schutz des Bestands einer vom aussterben bedrohten Art? Eine derartige Einstellung stösst auf vollkommenes Unverständnis.
    Spazierende Hauskatzen sind die grösste Bedrohung für die heimische Vogelwelt, um ein Vielfaches grösser als z.B. die fälschlicherweise oft genannten Windkraftanlagen.
    Die Vogelwelt ist in ihrem Bestand von essentieller Bedeutung für das biologische Gleichgewicht und damit auch den Fortbestand der menschlichen Lebensgrundlagen.
    Hauskatzen sind dies nicht. Und so ist es gut, dass endlich mal von Amtswegen gegen deren Freigang samt Beutezüge vorgegangen wird.
    Ich wünsche mir, dass diese Entscheidung Schule macht.
    Und einem „Tierschutzverein“ wünsche ich Raison und wohlbedachtes Handeln zum Wohle der Tierwelt, nicht nur der Haustierwelt.
  • Hallo an den Verein,
    wie ich in den ÖR Medien heute erfahren durfte, wollen sie gegen das Freigangverbot für Katzen in Walldorf juristisch vorgehen.
    Ich hoffe inständig, dass sie mit diesem Vorhaben auch höchstrichterlich Schiffbruch erleiden. Die Menge an Vögeln die diese Tiere aus der Natur entnehmen hat eine unerträgliche Grösse erreicht. Wie ich auf de.statista.com erfahren habe, ist der Bestand an Katzen in Deutschlanf auf 16,7 Millionen Katzen im Jahre 2021 angewachsen.
    Wenn von den 16,7 Mio Katzen ca. die Hälfte als Freigänger unterwegs ist und jede Katze durchschnittlich 2 Vögel / Woche tötet, sind das 8,35 Mio Katzen x 52 Wochen x 2 Vögel = 868 Mill. tote Wildvögel / Jahr !!!!
    Sie können mir vielleicht vorwerfen nicht zu wissen wieviele Freigänger wirklich unterwegs sind, oder dass 2 Vögel / Woche vielleicht doch zu viel ist. Es wird aber immer eine dreistellige Millionenzahl bleiben.
    Hoffentlich bricht ihr jährliches Spendenvolumen jetzt massiv ein.
Der Tierschutzverein bemüht sich, sachlich aufzuklären, er versucht für alle Tiere da zu sein.
„Seit 20 Jahren ist der Tierschutz als Staatsziel im Grundgesetz formuliert. Das Staatsziel Tierschutz gilt für alle Tiere gleichermaßen. Tiere zweiter Klasse gibt es nicht.“

Das Zitat ist einer Stellungnahme des Deutschen Tierschutzbundes vom 18.05.2022. Dieser Stellungnahme schließen wir uns vollumfänglich an. Weiter unten ist diese in vollem Wortlaut angefügt.

Wir möchten nochmals alle Menschen bitten, in diesem Sinne eine gute und für alle Seiten vernünftige Lösung zu finden!

Die betroffenen Katzenhalterinnen und Katzenhalter müssen natürlich innerhalb der 4-wöchigen Frist, beginnend mit dem 14.05.2022, von ihrem Widerspruchsrecht Gebrauch machen. In den kommenden Tagen versuchen wir allen ein Musteranschreiben für den schriftlichen Widerspruch zur Verfügung zu stellen, den jeder von unserer Homepage herunterladen oder per Mail (verein(at)tierschutz-wiesloch-walldorf.de) anfordern kann. Bitte haben Sie etwas Geduld, aber wir sind das erste Mal mit einer solchen Allgemeinverfügung konfrontiert und arbeiten mit Hochdruck daran, Ihnen eine Hilfestellung geben zu können. Danke für Ihr Verständnis.

Stellungnahme des Deutschen Tierschutzbundes (18.05.2022)

Die Allgemeinverfügung des Rhein-Neckar-Kreises ist nach unserer Kenntnis bisher die erste ihrer Art. Grundsätzlich begrüßen wir es zwar, wenn die zuständigen Behörden auch weitergehende Maßnahmen zum Schutz von bedrohten Arten ergreifen. Diese dürfen aber nicht zulasten des Tierschutzgesetzes gehen. Grundsätzlich gilt: Seit 20 Jahren ist der Tierschutz als Staatsziel im Grundgesetz formuliert. Das Staatsziel Tierschutz gilt für alle Tiere gleichermaßen. Tiere zweiter Klasse gibt es nicht. Indem die Bedürfnisse verschiedener Tierarten in Konkurrenz zueinander gestellt werden, duckt man sich auch vor der Verantwortung, die der Mensch für den Schutz aller Tiere trägt und zu der wir uns als Gesellschaft verpflichtet haben. Hauskatzen als „Schuldige“ für die Gefährdung bestimmter Vogelarten zu definieren, heißt auch, sie ausbaden lassen, dass der Mensch über lange Zeit Lebensräume und Nahrungsangebot für wildlebende Arten zerstört hat und diese so in ihrer Existenz bedroht.

Uns ist nicht bekannt, auf Grundlage welcher Untersuchungen diese Maßnahme beschlossen wurde. In diesem Fall schätzen wir den Sachverhalt aber als unverhältnismäßig ein. So muss klar angeführt werden, dass der Rückgang von Arten wie der Haubenlerche und vieler anderer Vogelarten in erster Linie auf den Verlust von Lebensräumen und Nahrung, u.a. durch die Intensivierung der Landwirtschaft, Habitatveränderungen, verstärkte Bebauung von Brachflächen sowie das Insektensterben, zurückzuführen sind. Der negative Einfluss von Katzen auf die Bestände von Singvögeln ist ohnehin umstritten und für die Haubenlerche in Walldorf nach unserer Kenntnis bisher nicht bewiesen. Auch in Walldorf wurden zudem in den letzten Jahren Bauvorhaben in den sensiblen Bereichen und in potentiellen Revieren der Haubenlerche durchgeführt. Ob die in diesem Zusammenhang erfolgten Ausgleichsmaßnahmen erfolgreich verlaufen sind, ist unklar.

Das plötzliche Unterbinden des Freigangs von Katzen, welches dieses bisher gewohnt sind, ist für die Tiere mit immensen Einschränkungen und Stress verbunden. Es ist davon auszugehen, dass viele Katzen mit Unruhe, Unsauberkeit, Aggressionen bis hin zu depressivem Verhalten und Fressunlust reagieren. Die Allgemeinverfügung weist auf diese Punkte auch explizit hin. Aus unserer Sicht ist dies entsprechend tierschutzwidrig. Die von der Kreisverwaltung in Aussicht gestellte Befreiung, wenn mittels GPS-Daten nachgewiesen werden kann, dass sich die eigene Katze nicht in dem Brutgebiet aufhält, ist aus unserer Sicht wenig praktikabel und zudem auch erst für das nächste Jahr möglich. Alternative Unterbringungen wie in Tierpensionen oder der Freigang von Katzen mit Leine sind ebenfalls keine tierschutzgerechten Optionen.

Gleichwohl halten wir die Notwendigkeit von Schutzmaßnahmen für hoch bedrohte Arten wie die Haubenlerche für enorm wichtig. Aus unserer Sicht stehen aber durchaus auch alternative Möglichkeiten zur Verfügung, wie z.B. die großflächige Umfriedung mit Elektrozäunen für sensible Bereiche, die Erhöhung der Lebensraumkapazität und Schaffung von Bruthabitaten. Nachbargemeinden wie Ketsch haben ähnliche Maßnahmen im Übrigen bereits umgesetzt.